Die Gegengeschäfte mit dem Eurofighter-Konsortium bringen ein großes Potenzial für österreichische Unternehmen und Forschungseinrichtungen, eine Chance für unsere Wirtschaft und die Hochtechnologie in Österreich - ein „Vier Milliarden-Ticket in den Klub der europäischen Hochtechnologie" - mit sich. Das Eurofighter-Konsortium (EADS als Teil des Konsortiums ist das größte Luftfahrtunternehmen Europas) bietet Zutritt zu Wirtschaftsbereichen, die weit über die Kernkompetenz im Luft- und Raumfahrtbereich hinausgehen (Autoindustrie, Informationstechnologie, Energiewirtschaft, Maschinenbau, Elektronik u.a.).
Vertragliche Vereinbarung
Die Republik Österreich hat sich per Kaufvertrag vom 1. Juli 2003 und der Kaufvertragsänderung im Juni 2007 zum Erwerb von 15 Eurofighter Abfangjägern verpflichtet. Entsprechend der international üblichen Praxis wurden als wirtschaftlicher Ausgleich (Kompensation) für die Kaufpreiszahlung Gegengeschäfte vom Auftraggeber gefordert und werden durch den Auftragnehmer in Form von Einzelprojekten mit der Wirtschaft des Auftraggeberlandes definiert und umgesetzt.
Gegengeschäftsvolumen
Das Gegengeschäftsvolumen betrug per Kaufvertrag vom 1. Juli 2003 vier Milliarden Euro über eine Laufzeit von 15 Jahren. Das entsprach einer Kompensationsquote von 204,2 Prozent des mit dem Bundesministerium für Landesverteidigung (heute Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport) abgeschlossenen Kaufvertrages in der Gesamthöhe von 1,959 Milliarden Euro ohne Umsatzsteuer.
Zugang zu Europas Hochtechnologie
Die Geschäfte - die das Kriterium der Zusätzlichkeit erfüllen müssen - fließen u.a. in die wirtschaftlichen Bereiche Aerospace, Informations- und Kommunikationstechnologie, Umwelttechnologien, automotiver Bereich und Holztechnologien in Österreichs Wirtschaft ein. Durch die Eurofighter-Partnerfirmen wird heimischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen u.a. auch der Zugang zu europäischen hochtechnologischen Großprogrammen (wie v.a. Airbus A380 und A400M, Ariane, Galileo) ermöglicht.
Impuls für KMU
Ein Ziel des Gegengeschäftsprogramms ist es, über die Vertragslaufzeit hinaus eine langfristige Nachhaltigkeit der Projekte zu erreichen. Dabei sollen nach Möglichkeit auch die Interessen der klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) berücksichtigt werden. Diese werden jedoch nicht nur direkt beauftragt, sondern auch als Unterlieferanten bei größeren Gegengeschäften eingebunden. Hierbei orientieren sich die österreichischen Auftragnehmer der Großaufträge speziell am lokalen Umfeld.