Außenwirtschaft

Kompetenzzentrum "Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft" 

Das Kompetenzzentrum "Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft" (FIW) wurde vom Wirtschaftsministerium im Jahr 2006 im Rahmen der Inter­nationalisierungs­offensive (IO) ins Leben gerufen, um die in Österreich vor­handene wissenschaftliche Expertise zum Thema Außenwirtschaft mittels einer Forschungs­plattform zu bündeln und so für alle Beteiligten eine bessere Situation zu schaffen: Wirtschaftspolitische Entscheidungsträger profitieren vom tieferen und übersichtlicheren Pool an Expertise und von einem sys­tematischen, auf an­stehende außenwirtschafts­politische Entscheidungen und Aktivitäten abge­stimm­ten Forschungsprogramm. Außenwirtschaftliches Know-how wird auch anderen Interessierten, z.B. aus dem Unternehmens-, Schul- und universitären Bereich, zugänglich gemacht. Die Wissenschaftler wiederum profitieren von der Mög­lichkeit der besseren Vernetzung und Synergien bei der Ressourcennutzung.

Das FIW, das von WIFO, wiiw und WSR getragen wird, hat in der relativ kurzen Zeit seines Bestehens diese ambitionierten Ziele erreicht und sich als nicht mehr wegdenk­barer Bestandteil der wirtschaftswissenschaftlichen Forschungslandschaft eta­bliert. Ende April 2011 wurde das FIW-Projekt bereits zum dritten Mal um weitere zwölf Monate verlängert. Das FIW-Projekt stützt sich auf folgende Säulen:

Infrastruktur und Datenbanken


FIW-Website

Die FIW-Website, www.fiw.ac.at, ist das Kernstück des FIW und bietet eine Präsentations-, Kommunikations- und Datenplattform. Alle Publikationen, die im Rahmen des FIW-Projekts erstellt wurden, stehen hier zum Gratis-Download bereit. Ebenso finden sich hier Informationen zu den zahlreichen Veranstaltungen wie Workshops, Vorlesungen, Forschungskonferenzen, etc..

FIW-Datenbanken

Über die FIW-Website gelangt man zu den FIW-Datenbanken und hat hier Zugang zu internationalen Datenbanken sowie den außenwirtschafts­relevanten Datenbanken von WIFO und wiiw. Die hier geschaffene Infrastruktur (u.a. FIW-Datenabfragetool; einheitliche Abfragemöglichkeit für unterschiedliche Datenbanken) bietet deutlich verbesserte Arbeitsbedingungen für Forscher und wird immer intensiver genutzt.

FIW-Statistiken

Die Rubrik aktuelle FIW-Statistiken bietet einen schnellen Überblick über die wichtigsten Kennzahlen und Indikatoren zum Außenhandel, übersichtlich und in grafischer Form dargestellt. Die zugrundeliegenden Datenreihen können als Excel-Files abgerufen werden. Die Werte werden regelmäßig aktualisiert.

Veranstaltungen


FIW-Vorlesungen

FIW-Vorlesungen sind eine neue Veranstaltungsreihe, bei der politikrelevante aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Bereich internationale Wirtschaft praxisnah präsentiert und diskutiert werden. Die Folien der Präsentationen stehen auf der Website des FIW und des BMWFJ zum Download bereit. Die Teilnahme an den FIW-Vorlesungen ist kostenlos.

  • 4. FIW-Vorlesung am 16.4.2012 zum Thema "Die Auswirkungen des Euro auf den Außenhandel der EU und Österreichs"

    Vortrag: Univ.-Prof. Dr. Harald Badinger (WU, WIFO)
    Kommentar: Dr. Doris Ritzberger-Grünwald (OeNB)

    4. FIW-Vorlesung

    Literatur: FIW-Policy Brief Nr. 15

    In der 4. Veranstaltung der Reihe "FIW-Vorlesungen im Wirtschaftsministerium" erläutert Prof. Badinger, dass der modernen Außenwirtschaftstheorie entsprechend zu erwarten ist, dass die Einführung des Euro durch eine Reduktion der fixen und variablen Handelskosten zu einer Erhöhung des Außenhandels der Eurozone geführt hat, und zwar sowohl über den extensiven als auch den intensiven Rand. Aufgrund gegenläufiger Effekte infolge des – im Vergleich zu andern Handelspartnern – schwachen Wirtschaftswachstums der Eurozone liefern einfache deskriptive Statistiken hierzu keine offenkundige Evidenz; der Anteil des Intra-Eurozonenhandels ist seit der Einführung des Euro sogar gesunken. Die überwiegende Anzahl ökonometrischer Studien weist jedoch auf positive Handelseffekte des Euro in einer Größenordnung von durchschnittlich 10-15% hin. Ein großer Teil dieser Effekte ist auf eine Ausweitung bestehenden Handels (intensiver Rand) zurückzuführen, während die Ausweitung der gehandelten Güterarten (extensiver Rand) eine geringere Rolle gespielt haben dürfte.

    Überdurchschnittlich hohe Effekte sind in Wirtschaftssektoren mit einem hohen Verarbeitungsgrad und starker Produktdifferenzierung (Pharmazeutische Industrie, Maschinenbau, Konsumgüterindustrie) zu verzeichnen.

    Für die Abschätzung der länderspezifischen Effekte wurden als Näherung die Ergebnisse zweiter Studien addiert (Micco et al., 2003; Hogrefe et al., 2010), sodass sich als einfacher Durchschnitt ein Effekt in Höhe von 12% mit folgender Verteilung ergibt: Deutschland gewinnt am meisten mit rund 22%, zu den weiteren Gewinnern zählen Österreich, Belgien, die Niederlande und Spanien mit Effekten von 17 bis 19%. Italien und Frankreich liegen um den Durchschnitt. Vergleichsweise geringe Handelseffekte ergeben sich für Finnland und Irland (6%), während Portugal (-0,4%) und Griechenland (-4%) verlieren.

    Folien zum Vortrag von Prof. Badinger  
    Folien zum Vortrag von Dr. Ritzberger-Grünwald

  • 3. FIW-Vorlesung am 8.3.2012; Thema: Mapping Directions for the WTO in a post-Doha World. Vortrat: Univ.-Prof. Dr. Josepf F. Francois (JKU Linz, FIW); Kommentar: Dr. Ralf Kronberger (WKO)

  • 2. FIW-Vorlesung am 13.12.2011; Thema: Krisenbewältigung Schweiz und Österreich; Vortrag: Mag. Franz Nauschnigg (OeNB); Kommentar: Alexander Hoffet, Gesandter (Schweizerische Botschaft).

  • 1. FIW-Vorlesung am 19.10.2011; Thema: EU-Wirtschaftsregierung – Eine notwendige aber nicht hinreichende Bedingung für das Überleben der Eurozone und des Euro; Vortrag: em. Univ.-Prof. Dr. Fritz Breuss (FIW, WIFO); Kommentar: Univ.-Doz. Dr. Heinz Handler (TU Wien, WIFO).

FIW-Workshops und FIW-Forschungskonferenzen

FIW-Workshops und FIW-Forschungskonferenzen werden zu außen­wirtschafts­relevanten Themen veranstaltet. Der Stärkung der internationalen Vernetzung dienen Kooperationen, z.B. mit dem „Institute for Economic Research, Ljubljana“ (IER), dem „Osteuropa-Institut Regensburg“ (OEI) oder dem „Asian Development Bank Institute“ (ADBI). Internationale Spitzenökonomen tragen regelmäßig bei FIW-Workshops vor. Das macht die Beteiligung österreichischer Wissenschaftler an größeren internationalen Forschungslinien möglich.

  • Die 5. FIW-Forschungskonferenz wird am Freitag, 13. April 2012, an der WU Wien tagen. Sie wird in Zusammenarbeit mit dem Osteuropainstitut Regensburg, der WU Wien und der OeNB organisiert. Für den Call for Papers  werden theoretische, empirische und auch wirtschaftspolitische Forschungsarbeiten zum Themengebiet "International Economics" –  u.a Trade, International Factor Movements, Economic Integration, Trade Policy, International Trade Organizations, Economic Growth of Open Economies, Multinational Firms, International Macroeconomics sowie andere verwandte Gebiete – angenommen.
  • Der 15. FIW-Workshop wird am 15. März 2012 in den Räumlichkeiten des wiiw stattfinden. Das Thema behandelt "The Trade-Productivity Nexus in the European Economy Empirical evidence from firm level data".

Publikationen


FIW-Policy Briefs

Seit September 2009 veröffentlicht das FIW-Projekt FIW-Policy Briefs zu aktuellen außenwirtschaftlichen Themen. Die unregelmäßig erscheinenden FIW-Policy Briefs verbinden Forschungsergebnisse mit konkreten Handlungsempfehlungen für Entscheidungs­träger aus Politik und Wirtschaft. Sie gehen dabei auf die spezifische Situation Österreichs ein. Bisher sind 13 FIW-Policy Briefs erschienen, die auf der FIW-Website zum Download zur Verfügung stehen, zuletzt zu den Themen:

FIW-Kurzberichte

FIW-Kurzberichte erscheinen quartalsweise und bieten einen schnellen Überblick über die wichtigsten Entwicklungen in der Außenwirtschaft. Dabei werden sowohl die internationalen Rahmenbedingungen als auch die spezifische Situation des österreichischen Außenhandels betrachtet.

FIW-Spezial

In Ergänzung zu den quartalsweisen FIW-Kurzberichten erscheinen in Projektphase IV als Neuerung vier FIW-Spezial. Dieses ist als Onlineprodukt mit einem Umfang von ca. 15 Seiten gratis über die FIW-Webseite verfügbar. Je ein FIW-Spezial erscheint zum österreichischen Warenaußenhandel sowie zur österreichischen Direktinvestitionstätigkeit. Zwei weitere „FIW-Spezial“ widmen sich ausgewählten Themen der internationalen Wirtschaftsbeziehungen.

FIW-Policy Report

Der FIW-Policy Report soll thematisch an den FIW-Workshop in Projektphase IV angelehnt sein ("The Trade-Productivity Nexus in the European Economy Empirical evidence from firm level data") und diesen inhaltlich durch eine Sammlung von ca. 3 Beiträgen von verschiedenen Autoren vertiefen (in Summe max. 30 Seiten). Der FIW-Policy Report erscheint einmal in FIW IV, ca. 1,5 Monate nach dem Workshop, und wird als Onlineprodukt gratis über die FIW-Webseite verfügbar gemacht.

FIW-Studien – Forschungsagenda

Im Rahmen des FIW organisiert das BMWFJ regelmäßige Ausschreibungen für volkswirtschaftliche Studien. Bislang wurden 40 FIW-Studien publiziert, die international breit zitiert werden.

Die Ergebnisse der Studien werden in der Rubrik FIW-Studien veröffentlicht. Aktuelle Studien im Rahmen der FIW-Studien 2009/10 und der FIW-Studien 2010/11 sind – wie auch die Ergebnisse früherer Ausschreibungen (Studien 2008) – als Download abrufbar.

Im Rahmen des FIW-Studienpool 2010/11 erschienen 7 Studien, zuletzt:

Die Neue Forschungsagenda gliedert sich in die Themenbereiche:

1. Mikrodaten und Außenwirtschaft
2. Die Zukunft der WTO
3. Modeling the Effects of Free Trade Agreements / EU-Freihandelsabkommen
4. Die Wirtschaftskrise & internationale Makroökonomie
5. Umwelt, Umwelttechnologie und Außenwirtschaft

Im Rahmen des Call for Papers für den Studienpool 2011 wurden Ende 2011 sechs Studien in Auftrag gegeben, die im Laufe des Jahres 2012 fertiggestellt werden.

FIW-Working Paper Reihe

Die FIW-Working Paper Reihe hat sich als eine wichtige Diskussionsplattform im Bereich der Außenwirtschaftsforschung etabliert und bietet als Online-Publikation Forscherinnen und Forschern die Möglichkeit, aktuelle Ergebnisse innerhalb der österreichischen Forschungsgemeinschaft publik zu machen. Per Ende Jänner 2012 sind 76 FIW-Working Papers erschienen.

Außenwirtschaftsjahrbuch

Die Reihe Das Jahrbuch "Österreichs Außenwirtschaft" (AWJB) enthält eine umfassende Darstellung und Analyse der aktuellen Situation der österreichischen Außen­wirt­schaft vor dem Hintergrund weltwirtschaftlicher und internationaler Rahmen­bedingungen. Darüber hinaus analysieren internationale und österreichische Expertinnen und Experten ein jeweils wechselndes "Jahresthema". In einem Extra-Beiheft findet sich eine englischsprachige Zusammenfassung aller Beiträge. Die Reihe steht in den Ausgaben der Jahre 2007 bis 2010 zum freien Download auf der FIW-Website zur Verfügung. Seit 2011 wurde die Reihe nicht mehr fortgeführt.

Im Jahrbuch "Österreichs Außenwirtschaft 2010" sind die aktuellen makroökonomischen und institutionellen Herausforderungen für den Euro-Raum angesichts der Krise und die Wechselkursentwicklung des Euro zentrale Themen.

FIW-Newsletter

Durch Registrierung für den FIW-Newsletter kann man sich über Neuigkeiten aus dem Bereich des FIW, wie z.B. Veranstaltungen, Publikationen, Neuerungen bei den Datenbanken, informieren lassen.

Kontakt

Abteilung "Export- und Investitionspolitik": post@c25.bmwfj.gv.at

Letzte Änderung am: 18.04.2012 14:51