Weiterentwicklung der Lehrlingsausbildung
Die österreichische Lehrlingsausbildung geht in ihren Grundzügen auf das 19. Jahrhundert zurück und hat sich seither - auch dank vieler Modernisierungen - als zukunftsfähige Ausbildungsform bewährt. Neben den Ausbildungsvorschriften und Prüfungsordnungen für die einzelnen Lehrberufe werden verschiedene Elemente des Ausbildungssystems laufend weiterentwickelt. Bisherige Beispiele dafür sind "Lehre und Matura", die "Integrative Berufsausbildung", Ausbildungsverbünde oder Austauschprogramme für Lehrlinge.
Fachtagung Lehrabschluss im 2. Bildungsweg am 6. Juni 2012 im BMWFJ
Mit der Novelle zum Berufsausbildungsgesetz 2011 wurden die Möglichkeiten zur Berücksichtigung von informell oder non-formal bereits erworbenen Qualifikationen im "zweiten Bildungsweg" erweitert: Die Lehrlingsstellen können nunmehr im Rahmen von qualitätsgesicherten Programmen vorhandene Kenntnisse und Fertigkeiten bewerten und auf die Lehrabschlussprüfung anrechnen. Solche Maßnahmen sind unter anderem für den "Transfer" von im Ausland erworbenen (Teil)Qualifikationen von Relevanz.
Bei der Veranstaltung am 6. Juni 2012 wurden das oberösterreichische "Referenzmodell" mit dem Titel "Du kannst was!" sowie das Programm "Bildungskonto Plus" des Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds vorgestellt. Weiters referierte AMS Vorstand Dr. Johannes Kopf über den Qualifikationsbedarf des Arbeitsmarktes.
Als Abschluss wurden im Rahmen einer Podiumsdiskussion mögliche weitere Entwicklungen erörteret: Zielgerichtete und praxisorientierte Bewertungs- und Qualifizierungsprogramme für Personen, die über keinen formalen Abschluss auf der "Sekundsarstufe II" verfügen, sind aufgrund der Entwicklungen der Arbeitskräftepotentials (bereits ab 2016 wird es voraussichtlich mehr Austretende als Eintretende geben) richtige Maßnahmen. Andere Qualifikationserfordernisse wie Sprache oder Social Skills können (wie zum Teil schon bisher) modulartig einbezogen werden. Die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten (insb. Landesförderungen, AMS, Bildungsfreibetrag) sollen stringent aufeinenader abgestimmt sein.
Fachtagung am 23. Mai 2011
Die demographische Entwicklung (Rückgang der Zahl der 15jährigen) in den kommenden Jahren wird Qualtätssicherung und Qualitätsmanagement in der Lehrlingsausbildung noch stärker als bisher in den Vordergrund stellen.
Das BMWFJ hat daher zu diesem wichtigen Thema eine Fachtagung veranstaltet, bei dem die Sozialpartnerorganisationen ihre Konzepte und das Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) sowie das Österreichische Institut für Berufsbildungsforschung (öibf) erste Arbeitsergebnisse präsentierten.
Qualitätskonzepte der Sozialpartner:
Vorstellung bisheriger Arbeitsergebnisse:
Enquete vom 11. November 2010
Gemeinsam mit Sozialpartnern, Vertretern anderer Ministerien sowie Ausbildungsverantwortlichen in Unternehmen wurde insbesondere zu den Themen "Qualität in der Lehrlingsausbildung" sowie "Eingangsqualifikationen und Übergänge/Durchlässigkeit der Ausbildung in der Sekundarstufe II" diskutiert.
Hier finden Sie die Dokumentation der Impulsreferate und der Workshops:
- Univ.-Prof. Mag. DDr. Christiane Spiel, Vorständin des Instituts für Wirtschaftspsychologie, Bildungspsychologie und Evaluation der Universität Wien
- Univ.-Prof. Mag. Dr. Gudrun Biffl, Leiterin des Departments Migration und Globalisierung der Donau-Universität Krems
- Kathrin Höckel, OECD, Education and Training Policy Division, Autorin des OECD-Reports "Learning for Jobs - OECD Reviews of Vocational Education and Training Austria
- Dr. Arthur Schneeberger, ibw, Beitrag zum Workshop "Qualität"
- Mag. Josef Wallner, ibw, Beitrag zum Workshop "Qualität"
- Flipchart-Protokoll Workshop "Eingangsqualifikationen und Übergänge in der Sekundarstufe II"