Die Senkung der Nachfrage nach Energie durch ihre sinnvolle Nutzung und durch die Verbesserung der Effizienz ihres Einsatzes ist neben der Forcierung erneuerbarer Energieträger eine der beiden Hauptstrategien der österreichischen Energiepolitik.
Die österreichische Bundesregierung hat in ihrem Regierungsprogramm die Entwicklung eines nachhaltigen Energiesystems als eine der zentralen Herausforderungen in den nächsten Jahren festgeschrieben. Die Steigerung der Energieeffizienz und der sparsame Einsatz von Energie sind für die Bundesregierung eines der wichtigsten Handlungsfelder in diesem Zusammenhang.
Langfristig betrachtet ist die Energieeffizienz deutlich verbessert worden. Obwohl das reale Bruttoinlandsprodukt in Österreich zwischen 1973 und 2011 um 136,8 Prozent gewachsen ist, bewegte sich der Bruttoinlandsverbrauch des Jahres 2011 um vergleichsweise geringe 55,3 Prozent über dem Niveau des Jahres 1973. Damit hat sich der relative Energieverbrauch (d.h. die zur Erzeugung einer Einheit des Bruttoinlandsproduktes notwendige Menge an Gesamtenergie) um 34,4 Prozent verringert.
Im internationalen Vergleich sind die heimischen Erfolge zur Verbesserung der Energieeffizienz bemerkenswert. Österreich zählt zu jenen Staaten, die - gemessen an der Wirtschaftsleistung - Energie besonders sparsam nutzen. Im Jahr 2010 betrug der Bruttoinlandsverbrauch pro US$ 1.000 BIP (zu Preisen und Wechselkursen von 2005) in Österreich 0,1034 toe. Mit diesem Wert liegt deutlich unter dem Durchschnitt der OECD-Länder (0,1442) und auch unter den Werten für die meisten EU-Mitgliedstaaten (EU-Durchschnitt 0,12) und somit auf Platz 6 im EU-Vergleich.
Energieeffizienzmaßnahmen tragen zur Erreichung der folgenden Zielsetzungen bei:
- Sicherheit der Versorgung mit Energie;
- Umweltverträglichkeit der Energieversorgung;
- wirtschaftlich effiziente Versorgung mit Energie;
- soziale Akzeptanz des Energieversorgungssystems.
Zusätzlich ergeben sich positive volkswirtschaftliche Effekte im Bereich des Außenhandels (geringere Energieimporte) und des Arbeitsmarktes (Arbeitsintensität von Energieeffizienzmaßnahmen).
Österreich setzt sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene eine Reihe von Instrumenten und Maßnahmen zur Einsparung von Energie und zur Verbesserung der Energieeffizienz ein. Neben der Regulierung betreffen diese Maßnahmen auch die Bereiche Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration sowie Förderung der Marktdurchdringung, Verbreitung von Informationen und finanzielle Anreize für die Umsetzung von geeigneten Maßnahmen.
Im aktuellen Regierungsprogramm finden sich ebenfalls konkrete Maßnahmen, um die Energieeffizienz zu verbessern und die Umwelt zu entlasten. Beispiele hierfür sind:
- Der Einsatz innovativer klimarelevanter Heizungs- und Warmwassersysteme wird zukünftig die Voraussetzung für die Wohnbauförderung sein.
- Als Anreiz für die thermische Sanierung (Dämmung, Fenstertausch, Kesseltausch, etc.) stehen ab dem 1. Feb.2012 dafür 100 Millionen Euro zur Verfügung, davon 70 Millionen Euro für den privaten Wohnbau und 30 Millionen Euro für Betriebsgebäude zur Verfügung. Allein im Vorjahr wurde damit ein Fördervolumen von 100 Millionen Euro Investitionen von rund 860 Millionen Euro ausgelöst und rund
12.500 Arbeitsplätze gesichert und geschaffen.
Auch auf EU-Ebene kommt dem Bereich Energieeffizienz immer größere Bedeutung zu. Unter den Gesichtspunkten der Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit einer "Neuen Energiepolitik für Europa" bildet die Energieeffizienz eine Schlüsselmethode für deren Entwicklung.
Dieses Einsparpotential könnte schon zur Hälfte durch die vollständige Umsetzung der bestehenden Maßnahmen, insbesondere durch schon in Kraft getretene Richtlinien wie der Endenergieeffizienz-Richtlinie erreicht werden. Insbesondere bei Gebäuden wie bei Geräten gibt es schon umfängliche europäische Regeln.
Die Möglichkeiten, bei modernen Antriebssystemen Energie zu sparen, sind noch lange nicht ausgeschöpft. Dieses Potenzial muss gehoben werden.