Die Versorgung Österreichs mit Erdgas wird neben der inländischen Produktion überwiegend durch Importe sichergestellt. Grundsätzlich erfolgen die Erdgaslieferungen gleichförmig über das ganze Jahr. In den Sommermonaten wird Erdgas über Speichersonden in unterirdische natürliche Horizonte eingepresst, um in den Wintermonaten den erhöhten und nicht kontinuierlichen Bedarf (tageszeitliche Verbrauchsspitzen) durch Entnahme aus den Speichern abdecken zu können.
Die Speicherung von Erdgas erfolgt in Österreich in ausgeförderten Erdgaslagerstätten in einer Tiefe von derzeit etwa 500 bis 1.600 m. Diese Lagerstätten haben ihre Dichtheit über Jahrmillionen gezeigt und wurden im Laufe der Erdgasgewinnung umfassend untersucht. Erkenntnisse einer langjährigen Produktionsgeschichte gewährleisten einen sicheren Speicherbetrieb.

Die gesamte Speicherkapazität eines Erdgasspeichers setzt sich aus Arbeitsgas- und Kissengasvolumen zusammen. Das Arbeitsgas ist der nutzbare Erdgasanteil im Speicher, der eingelagert und wieder entnommen werden kann; das Kissengas umfasst jene Erdgasmengen, die für den Erhalt des erforderlichen Druckniveaus und der Entnahmeraten zusätzlich im Speicher notwendig sind.
Derzeit stehen in Österreich fünf Speicher (Haidach, Puchkirchen, Thann, Tallesbrunn und Schönkirchen) mit einem Arbeitsgasvolumen von insgesamt etwa 4,63 Mrd. m³ zur Verfügung. Dies entspricht etwa der Hälfte des österreichischen Jahresbedarfs von 8,4 Mrd. m³. Die Nutzung natürlicher geologischer Horizonte zur Erdgasspeicherung stellt somit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der Energieversorgung in Österreich und Europa dar.
In den nächsten Jahren werden die österreichischen Speicherkapazitäten durch den Ausbau von Erdgaslagerstätten beträchtlich gesteigert:
Derzeit wird an der Grenze zwischen Oberösterreich und Salzburg durch die Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft die zweite Ausbaustufe des Erdgasspeichers "Haidach" umgesetzt (zusätzlich 1,2 Mrd. m³). Nach Fertigstellung (2011) wird dieser Erdgasspeicher mit eine Speicherkapazität von 2,4 Mrd. m³ der zweitgrößte in Westeuropa sein.
Das Erdgasspeicherprojekt "Seven Fields" der Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft wird in der ersten Ausbaustufe ab 2011 die österreichischen Speicherkapazitäten um weitere 1,15 Mrd. m³ erhöhen, sodass ab diesem Zeitpunkt das gesamte österreichische Arbeitsgasvolumen etwa 7 Mrd. m³ betragen wird.
Die OMV Austria Exploration & Production GmbH plant einen weiteren Erdgasspeicher "Schönkirchen Tief". Die Speicherkapazität der ersten Ausbaustufe (2014) wird 850 Mio. m³ umfassen, im Endausbau (2018) stehen 1,6 Mrd. m³ zur Verfügung.