22,4 Prozent des österreichischen Bruttoinlandsverbrauches an Energie werden durch Erdgas gedeckt. Erdgas liegt damit an zweiter Stelle hinter Erdöl.
Der Hauptteil des steigenden Bedarfes an Erdgas wird durch Lieferungen aus der Russischen Föderation, Norwegen und u. a. Deutschland gedeckt.
Transport/Verteilung
Das Verteilnetz der österreichischen Netzbetriebsunternehmen weist eine Streckenlänge von mehr als 38.000 km auf. Neben dem Erdgasverteilungssystem (Hoch- und Niederdruck) zur Versorgung der Endverbraucher gibt es noch Transitleitungen. Es sind dies Pipelines mit internationaler Bedeutung, die Österreich queren, aber auch für den innerösterreichischen Transport genutzt werden. Der internationale Erdgastransport wird über ein dichtes Leitungsnetz, welches sich von der Russischen Föderation über Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, die Slowakei, die Tschechische Republik und Österreich bis zu den Zielregionen in West- und Südeuropa erstreckt, durchgeführt.
Österreich nimmt im europäischen Erdgasnetz eine Schlüsselstellung ein. Die niederösterreichische Gasstation Baumgarten ist einer der wichtigsten europäischen Anlaufknoten für Erdgas.
Speicher
Aus Kostengesichtspunkten ist es erforderlich, die Transportleitungen ebenso wie die Förderanlagen von Erdgas ganzjährig auszulasten. Da jedoch der Verbrauch im Sommer deutlich unter jenem im Winter liegt, werden die (täglichen und saisonalen) Schwankungen bei der Abnahme und die weitgehend konstante Anlieferung von Erdgas aus Import und Inlandsförderung mit Hilfe von Erdgasspeichern in Einklang miteinander gebracht.
Die in Österreich tätigen Erdgasspeicherbetreiber – es sind dies die RAG Rohöl-Aufsuchungs Aktiengesellschaft und die die OMV Austria Exploration & Production GmbH– verfügen über Speicher mit einer Gesamtkapazität von 4,64 Mrd. m³ Arbeitsgasvolumen. Es handelt sich dabei um teilausgeförderte, in 500 bis 1.600 m Tiefe gelegene Erdgaslagerstätten aus Gestein, in denen das Gas eingelagert wird, bis es schließlich in den Verbrauch gelangt.
Regulierungsbehörden
Gemäß dem Bundesgesetz über die Regulierungsbehörde in der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (Energie-Control-Gesetz - E-ControlG), BGBl. I Nr. 110/2010 idgF, wurde zur Besorgung der Regulierungsaufgaben im Bereich der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft unter der Bezeichung "Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Control) eine Anstalt öffentlichen Rechts mit eigener Rechtspersönlichhkeit eingerichtet.
Ziele der Tätigkeit der E-Control sind u.a. die folgenden:
- Förderung eines wettbewerbsbestimmten, sicheren und ökologisch nachhaltigen Elektrizitäts- und Erdgasbinnenmarktes und effektive Öffnung des Marktes für alle Kunden und Lieferanten;
- Entwicklung wettbewerbsbestimmter und funktionierender Regionalmärkte in der EU;
- Aufhebung der bestehenden Beschränkungen des Elektrizitäts- und Erdgashandels zwischen den Mitgliedstaaten, Integration der nationalen Märkte;
- Erleichterung des Anschlusses neuer Erzeugungs- und Gewinnungsanlagen an das Netz, insbesondere durch Beseitigung von Hindernissen, die den Zugang neuer Marktteilnehmer und die Einspeisung von Strom oder Erdgas aus erneuerbaren Energiequellen verhindern könnten;
- Beiträge zur Verwirklichung hoher Standards bei der Gewährleistung der Grundversorgung und der Erfüllung gemeinwirtschaftlicher Verpflichtungen im Bereich der Strom- und Erdgasversorgung.
Die Tätigkeitsberichte der Energie-Control GmbH - dies war die Vorläuferorganisation der neuen E-Control - sind auf der Homepage http://www.e-control.at/de/publikationen veröffentlicht.