Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist, auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, eine der wichtigsten Herausforderungen für die österreichische Familienpolitik. Aufgabe der Politik ist es, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Balance zwischen Familie und Beruf gut gelingen kann. Durch familienpolitische Schwerpunktsetzungen wurde in den letzten Jahren vieles erreicht und umgesetzt. Auch 2011 wurden eine Reihe von neuen Projekten und Maßnahmen gestartet.
Eine wichtige Maßnahme für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das bereits 2002 eingeführte Kinderbetreuungsgeld. Seit 2010 gibt es insgesamt fünf verschiedene Bezugsvarianten, darunter das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld.
Zu weiteren wichtigen Maßnahmen auf gesetzlicher Ebene zählen: die Anrechnung von Kindererziehungszeiten auf die Pension, die Flexibilisierung der Karenz bis zum Schuleintritt des Kindes, das Recht auf Elternteilzeit, das 2004 eingeführt wurde sowie Maßnahmen zum kontinuierlichen Ausbau der Kinderbetreuung.
Im Bereich der gesellschaftspolitischen und bewusstseinsbildenden Maßnahmen wurden vorbildhafte bestehende Projekte ausgebaut und erweitert - dazu zählen u.a. das Audit berufundfamilie, das Audit familienfreundlichegemeinde und der Staatspreis "Familienfreundlichster Betrieb".
Seit 2011 gibt es das Audit hochschuleundfamilie, das speziell auf die Vereinbarkeitsanforderungen in Hochschulen zugeschnitten ist.
Diese Maßnahmen werden seit 2006 von der im hundertprozentigen Eigentum des Bundes stehenden Familie & Beruf Management GmbH umgesetzt.
Familienfreundlichkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind auch auf internationaler Ebene wichtige Handlungsfelder. 2007 wurde eine eigene Homepage zur Europäischen Allianz für Familien auf EU-Ebene eingerichtet, auf der die einzelnen Mitgliedsstaaten ihre Maßnahmen darstellen und durch das Aufzeigen von best practice Beispielen andere Mitgliedsstaaten zur Nachahmung anregen.
Seit September 2008 steht das „Handbuch zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf" als Download zur Verfügung, welches einen Leitfaden für eine erfolgreiche Implementierung familienfreundlicher Maßnahmen ins Unternehmen darstellt. Das Handbuch wurde 2011 aktualisiert und in der 4. Auflage aufgelegt.
Ein Schlüsselthema in der Vereinbarkeitsdebatte ist die familienfreundliche Arbeitswelt. Zusätzlich zu bereits genannten Maßnahmen wurden 2011 folgende neue Projekte gestartet:
Das "Zukunftsforum Familie & Wirtschaft" - diese Veranstaltungsreihe, die sich bis ins Jahr 2012 erstreckt, soll in allen Bundesländern für mehr Familienfreundlichkeit in Unternehmen und damit eine leichtere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen sowie den Unternehmen in der jeweiligen Region neue Impulse geben.
Die "Strategiegruppe Vereinbarkeit von Familie und Beruf" - in diesem Gremium beraten hochrangige Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Interessenvertretungen und Wissenschaft über neue und zielführende Maßnahmen und Strategien für eine bessere Vereinbarkeit. Die Strategiegruppe ist auch ein Signal dafür, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur zentrales Thema der Familienpolitik, sondern auch der Wirtschaftspolitik ist. Erste Ergebnisse dieser Beratungen sollen noch bis Jahresende vorliegen.
Für August 2012 ist die Einführung eines "Berufundfamilie-Index" vorgesehen. Dieses wissenschaftlich fundierte Management-Instrument dient der individuellen Messung und Vergleichbarkeit des betrieblichen Familienbewusstseins.