Gewalt gegen Frauen
Gewalt gegen Frauen im sozialen Nahraum
Gewalt gegen Frauen findet meist innerhalb der eigenen vier Wände statt. Dank des Engagements vieler Frauen und Männer wird sie heute nicht mehr als Privatsache, sondern als öffentliche Angelegenheit wahrgenommen.
In Österreich hat dies zu einer Gewaltschutzgesetzgebung geführt, die international vorbildhaft ist. So wichtig ein öffentliches Bewusstsein ist, das Gewalt an Frauen, die oft auch Kinder betrifft, eindeutig verurteilt, so wichtig sind auch ausreichende Opferschutzeinrichtungen. Mit den Interventionsstellen gegen Gewalt in der Familie und zahlreichen Beratungseinrichtungen ist ein tragfähiges Netz in ganz Österreich gespannt.
Weil viele Opfer von Gewalt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, aber über die Ursachen für ihre psychischen und/oder physischen Verletzungen nicht sprechen, ist es wichtig, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in medizinischen Versorgungssystem besonders sensibilisiert sind. Nur so können sie mögliche Anzeichen rasch erkennen und die betroffenen Frauen an die vielfältigen Beratungs- und Hilfseinrichtungen verweisen.
Deshalb hat das Familienministerium Expertinnen und Experten, die in der Gesundheitsversorgung von gewaltbetroffenen Frauen und in Gewaltschutzeinrichtungen tätig sind, beauftragt, einen Leitfaden zu erstellen. Die Publikation "Gesundheitliche Versorgung gewaltbetroffener Frauen. Ein Leitfaden für Krankenhaus und medizinische Praxis" soll Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im medizinischen Versorgungssystem dabei helfen, das schwierige Thema Gewalt anzusprechen und betroffenen Frauen die notwendige Rückendeckung für die ersten wichtigen Schritte aus der Gewaltsituation geben zu können.
Die im Leitfaden enthaltenen Untersuchungsbögen sollen die Dokumentation der Verletzungen erleichtern. Ärzte können bei Verdacht Untersuchungen nach den Dokumentationsbögen vornehmen und so auch eine wichtige Grundlage für Gerichtsverfahren schaffen, sollte sich die Frau später zu einer Anzeige entschließen.