Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist, auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, eine der wichtigsten Herausforderungen für die österreichische Familienpolitik. Aufgabe der Politik ist es, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Balance zwischen Familie und Beruf gut gelingen kann. Durch familienpolitische Schwerpunktsetzungen wurde in den letzten Jahren vieles erreicht und umgesetzt.
Eine wichtige Maßnahme für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das bereits 2002 eingeführte Kinderbetreuungsgeld. Seit 2010 gibt es insgesamt fünf verschiedene Bezugsvarianten, darunter das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld.
Zu weiteren wichtigen Maßnahmen auf gesetzlicher Ebene zählen: die Anrechnung von Kindererziehungszeiten auf die Pension, die Flexibilisierung der Karenz bis zum Schuleintritt des Kindes, das Recht auf Elternteilzeit, das 2004 eingeführt wurde sowie Maßnahmen zum kontinuierlichen Ausbau der Kinderbetreuung.
Im Bereich der gesellschaftspolitischen und bewusstseinsbildenden Maßnahmen wurden vorbildhafte bestehende Projekte ausgebaut und erweitert - dazu zählen u.a. das Audit berufundfamilie, das Audit familienfreundlichegemeinde und der Staatspreis "Familienfreundlichster Betrieb".
Seit 2011 gibt es das Audit hochschuleundfamilie, das speziell auf die Vereinbarkeitsanforderungen in Hochschulen zugeschnitten ist. Seit 2013 wird das Audit pflegeundfamilie angeboten, das in Gesundheitseinrichtungen helfen soll, eine familienbewusste Personalpolitik umzusetzen. Das langjährig bewährte Instrument Audit berufundfamilie wird seit 2013 mit einer vereinfachten Variante Audit berufundfamilie KOMPAKT für Klein- und Mittelbetriebe mit 5 bis 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern angeboten.
Die Auditierungsverfahren werden von der im hundertprozentigen Eigentum des Bundes stehenden Familie & Beruf Management GmbH umgesetzt.
Ein Schlüsselthema in der Vereinbarkeitsdebatte ist die familienfreundliche Arbeitswelt. Zusätzlich zu bereits genannten Maßnahmen wurden zu diesem wichtigen Aspekt folgende Projekte umgesetzt:
Das "Zukunftsforum Familie & Wirtschaft" - Ziel der Veranstaltungsreihe war es, in den Bundesländern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu forcieren und nachhaltigen Mehrwert von familienfreundlichen Maßnahmen darzustellen.
Die "Strategiegruppe Vereinbarkeit von Familie und Beruf" - in diesem Gremium haben hochrangige Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Interessenvertretungen und Wissenschaft über neue und zielführende Maßnahmen und Strategien für eine bessere Vereinbarkeit beraten. Als wichtiges Ergebnis dieser Beratungen ging die Charta "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" hervor.
Nach Durchführung einer repräsentativen Erhebung zur Familienfreundlichkeit in Österreichischen Unternehmen steht Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Personalverantwortlichen der "Berufundfamilie-Index" zur Verfügung. Mit diesem wissenschaftlich fundierten Management-Instrument können sie das betriebliche Familienbewusstsein individuell messen und vergleichen.
Seit September 2008 steht das "Handbuch zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf" als Download zur Verfügung, welches einen Leitfaden für eine erfolgreiche Implementierung familienfreundlicher Maßnahmen in Unternehmen darstellt. Das Handbuch wurde 2013 aktualisiert und neu aufgelegt.
Familienfreundlichkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind auch auf internationaler Ebene wichtige Handlungsfelder. 2007 wurde eine eigene Homepage zur Europäischen Allianz für Familien auf EU-Ebene eingerichtet, auf der die einzelnen Mitgliedsstaaten ihre Maßnahmen darstellen und durch das Aufzeigen von best practice Beispielen andere Mitgliedsstaaten zur Nachahmung anregen.