
2010 hat sich erstmalig grenzüberschreitend ein breites Bündnis aus Politik, Reisebranche und Nichtregierungsorganisationen im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) gebildet. Die Bündnispartner bekennen sich damit zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und zeigen offensiv ihre moralische Verurteilung der sexuellen Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen.
In Österreich startete das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt, die Kampagne bei einer Pressekonferenz am Welttourismustag, am 27. September 2010. Neben der Präsentation des Videospots "Witness" und der nationalen Meldestelle wurde auch die Einrichtung eines Verbindungsbeamten des Innenressorts im südostasiatischen Raum bekanntgegeben, der seit Jänner 2011 in Bangkok stationiert ist.
Videospot "Witness"-"Zeuge" und nationale Meldestelle
Kern der Kampagne ist ein Videospot, der Reisende und darüber hinaus möglichst viele Menschen mit der Botschaft "Nicht wegsehen" für das Thema erreichen und sensibilisieren soll. "Wir können sexuellen Missbrauch von Kindern verhindern, wenn wir nicht wegsehen“ – so lautet der eindringliche Appell des 45 Sekunden dauernden Videospots "Witness" - "Zeuge", der in allen drei Ländern gezeigt wird und u. a. auf der Facebook-Seite des Bundeskriminalamtes abrufbar ist. Der Film beinhaltet einen Aufruf an Urlauber, die Fälle von Missbrauch beobachten, diese Verdachtsfälle weiterzugeben - und nicht wegzusehen. Erstmals gibt es dafür eine leicht zu merkende Meldeadresse in jedem Land. Wenn österreichische Reisende einen möglichen Fall von Kindesmissbrauch beobachten, können sie diesbezügliche Informationen an die nationale Meldestelle meldestelle@interpol.at weitergeben.
Starke Partner im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Tourismus
Die Kampagne basiert nicht nur auf einer ausgezeichneten Zusammenarbeit mit den zuständigen Regierungsstellen in Deutschland und der Schweiz, sowie ECPAT Österreich, dem Fachverband der Reisebüros und dem Österreichischen Reisebüroverband, sondern wird auch von der Wirtschaft breit unterstützt: u.a. Austrian Airlines, Accor Hotels Österreich, TUI Austria, Kuoni Österreich, GTA-SKY-WAYS, y-doc Wartezimmer-Fernsehen, Infoscreen.
Das BMWFJ sucht nach weiteren Partnern, die die Kampagne unterstützen wollen, um die Meldeadresse meldestelle@interpol.at bekannter zu machen. Dies kann auf vielfältige Weise erfolgen, beispielsweise durch
- Präsentation der Kampagne und des Videospots "Witness" auf Webseiten,
- Abspielen des Films auf Screens oder im Hotel TV
- Beigabe des Leporellos oder des Faltblatts zu den Reiseunterlagen,
- Auflage des Leporellos oder des Faltblatts,
- Schulung der Mitarbeiter.
Sollten Sie Interesse an der Teilnahme an der Kampagne haben, ersuchen wir um kurze Rückmeldung an tourismusethik@bmwfj.gv.at. Die Abteilung für internationale Tourismusangelegenheiten stellt Ihnen die entsprechenden Unterlagen und Dateien gerne zur Verfügung.